Schon der Versuch eine realistisch wirkende CD in Illustrator zu gestalten scheitert an der fehlenden konischen Verlaufsform.
Im Forum wurden dazu folgende Lösungsvorschläge geboten:
Man zeichnet ein Rechteck mit z. B. der Breite 1 mm und der Höhe 20 mm und weist eine beliebige Farbe zu. Das Rechteck definiert man als neuen Musterpinsel und in den Musterpinsel-Optionen im Bereich Größe wählt man bei Abstand den Standardwert 0 % (ist Standardwert). Im Bereich Einfärben wählt man die Methode Farbton-Verschiebung aus.
Jetzt erstellt man einen Kreis ohne Flächenfarbe, aber mit Kontur (z. B. 1 Pt) und weist der Kontur den gewünschten dunkelsten Farbton zu und wendet danach den Musterpinsel auf die Kontur an.
Nun markiert man das ringförmige Objekt und ruft den Befehl Objekt→Aussehen umwandeln gefolgt von Objekt→Gruppierung aufheben auf.
Jetzt weist man bei 12 Uhr beginnend in der gewünschten Richtung den einzelnen Objekten schrittweise einen helleren Farbton zu. Alternativ könnte man schrittweise die Transparenz veringern.
Dies ist eine alt bekannte Methode, bei derer man sich des Photoshop-Filters Polarkoordinaten bedient. Leider kann man nur die Filter von Photoshop 5.5 und darunter verwenden. Wohl dem, der seine CD noch im Schrank hat. Beim Installieren von Photoshop 5.5 wählt man dann die Benutzerdefinierte Installation aus und installiert nur die Filter. Diese kann man dann in das Zusatzmodule-Verzeichnis von Illustrator kopieren. Folgende Filter funktionieren, bzw. sind in Illustrator noch nicht vorhanden:
Das Tolle an den Filtern aus Photoshop 5.5 ist, dass man sie auch als Effekt benutzen kann, also ideal für unseren konischen Verlauf.
Man erstellt ein Rechteck mit dem gewünschten Verlauf und wendet dann den Effekt Verzerrungsfilter→Polarkoordinaten an. Wichtig dabei ist, dass das Objekt keine Kontur hat und in den Rastereffekt-Einstellungen bei Hinzufügen zu Objekt 0 angibt.
Noch eine Möglichkeit, wieder mit ein bisschen Handarbeit verbunden, bietet das kostenlose Plugin radial distort von Telegraphics. Einfach den Farbverlauf mit z. B. 50 Rechtecken, die bündig aneinander liegen, simulieren, alles gruppieren und den Filter anwenden. Man kann natürlich auch einfach einen Verlauf erstellen und in Einzelobjekte erweitern.
Seit Illustrator 10 gibt es eine weitere Möglichkeit, die ohne Plugins auskommt. Man wendet dazu ein entsprechend geformte Verzerrungshülle auf das Verlaufsobjekt an. Da so eine Verzerrungshülle sehr schwierig zu erstellen ist, habe ich ein Vorlage erstellt: konischer-verlauf.zip
Der Vorteil dieser Methode ist übrigens, dass der Verlauf weiterhin ein Vektorobjekt bleibt und bei Postscript Level 3 nicht in Bitmaps zurückgerechnet werden muss.
Nachteilig ist allerdings die Arbeitsgeschwindigkeit, welche man etwas beschleunigen kann, in dem man in den Hüllen-Optionen einen geringeren Genauigkeitswert einstellt. Alternativ kann man das Objekt auch in ein Verlaufsgitter erweitern (Objekt→Erweitern) lassen, doch dann kann man den Verlauf nicht mehr so gut bearbeiten.
Konstruktionsanleitung: Konischer Verlauf mit Verzerrungshüllen.